Kaiser Maximilian Theuerdank - Das große Werk des „Letzten Ritters“
AnfrageKaiser Maximilian Theuerdank - Das große Werk des „Letzten Ritters“
MAXIMILIAN I., DER “LETZTE RITTER”
Maximilian I. (1459–1519) war eine der bedeutendsten Herrscherpersönlichkeiten an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Er gilt ebenso als Bewahrer mittelalterlicher Traditionen wie als Souverän, der durch politische und wirtschaftliche Reformen die Grundlage für eine umfassende zentralistische Reichsordnung zu schaffen versuchte. Seine Vorliebe für glanzvolle Hofhaltung, Jagdpartien und Ritterspiele brachte ihm den Beinamen „der letzte Ritter“ ein. Sein ausgeprägtes Bedürfnis nach Geltung und Repräsentation schlug sich unter anderem in der Förderung entsprechender Kunst und Literatur nieder. Der Nachwelt sollte so ein möglichst authentisches Bild des Kaisers erhalten bleiben.
DIE EREIGNISREICHE BRAUTFAHRT DES RITTERS THEUERDANK
Das Versepos ist einer der frühesten deutschen autobiografischen Schlüsselromane. Es beschreibt in allegorischer Form die Brautfahrt Maximilians I. zu Maria von Burgund, der schönen Tochter Karls des Kühnen. Zahlreiche Abenteuer und die Überwindung geheimnisvoller Widersacher bilden den Inhalt des spannenden Werks. Mit Gottes Hilfe und dank ritterlicher Tugenden gewinnt der Held schließlich die geliebte Braut. Mit diesem Epos wollte Maximilian I. seinem Leben eine Sinndeutung geben, so ist jedes Kapitel bezeichnend für die Geisteswelt des „letzten Ritters“. Vor allem die Jagd- und Turnierleidenschaft Maximilians findet in immer neuen Erlebnissen ihren Niederschlag.
Steckbrief
Kaiser Maximilian: Theuerdank – Das große Werk des „Letzten Ritters“ | |
| Entstehungsjahr | 1517 |
| Entstehungsort | Augsburg |
| Umfang | 580 Seiten |
| Miniaturen | 118 Holzschnitte |
| Genre | Bibliophiles Buch |
| Künstler/Werkstatt | Hans Schönsperger |
Die Edition
Kaiser Maximilian: Theuerdank – Das große Werk des „Letzten Ritters“ | |
| Format | 35,5cm x 25cm |
| Limitierung | 250 limitierte, nummerierte Exemplare der Lederausgabe |
| Bucheinband | |
| Verlag | Müller und Schindler |
| Artikelnummer Lederausgabe | 31015 |
| Artikelnummer Leinenausgabe | 31016 |
| Kommentarband (Sprache) | 40 Seiten von Heinz Engels, Elisabeth Geck und H. Th. Musper |
Fragen und Antworten
Der “Theuerdank“ gilt als das „erste deutsche bibliophile Buch“, weil es mit meisterhaften Holzschnitt-Illustrationen von Künstlern wie Hans Burgkmaier, Hans Leonhard Schäufelein und Leonhard Beck ausgestattet ist. Zudem wurde eine eigens angefertigte Schrifttype verwendet, die den Ruf dieses Werkes als eines der bedeutendsten Werke deutscher Renaissancekunst begründet.
Maximilian I. erhielt den Beinamen „der letzte Ritter“, weil er eine Vorliebe für glanzvolle Hofhaltung, Jagdpartien und Ritterspiele hatte, die ihn an die ritterlichen Ideale des Mittelalters erinnerten. Gleichzeitig versuchte er, durch politische und wirtschaftliche Reformen ein modernes zentralistisches Reich zu schaffen.
Die Brautfahrt Maximilians I. zu Maria von Burgund, die im “Theuerdank“ beschrieben wird, ist ein zentrales Element des Versepos. In allegorischer Form erzählt das Werk von den Abenteuern und Kämpfen, die Maximilian auf seiner Reise überstehen muss, um seine Braut zu gewinnen.
Maximilian I. förderte aktiv Kunst und Literatur, um sein Bild als Kaiser und „letzter Ritter“ zu festigen. Er wollte durch seine Schirmherrschaft ein möglichst authentisches und glorreiches Bild seiner Herrschaft für die Nachwelt erhalten.
Im “Theuerdank“ spiegeln sich Maximilians ritterliche Ideale wider, insbesondere seine Vorliebe für Jagd und Turniere. Das Werk repräsentiert auch seine tiefe Überzeugung, dass Gottes Hilfe und ritterliche Tugenden über Widersacher triumphieren können.
Maximilian I. führte politische und wirtschaftliche Reformen durch, um die Macht des Kaisertums zu zentralisieren. Seine Bemühungen, das Reich durch einheitliche Verwaltungsstrukturen zu stärken, legten den Grundstein für spätere Entwicklungen in der Geschichte des Heiligen Römischen Reiches.
Jagd und Turniere waren nicht nur Freizeitbeschäftigungen des Adels, sondern dienten auch der Demonstration von Macht und Herrschaft. Sie boten Gelegenheiten für politische Allianzen, und durch die Teilnahme konnte der Adel seinen Status und seine Fähigkeiten zur Schau stellen.
In der Renaissance entstanden weitere autobiografische Werke, wie beispielsweise die “Confessiones“ von Augustinus oder die *Essais* von Michel de Montaigne. Diese Werke waren jedoch meist philosophischer oder religiöser Natur, während der “Theuerdank“ in Form eines Ritterepos verfasst ist und stärker auf heroische Ideale und Abenteuer fokussiert ist.
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